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Mobile Website: Die Wahl der Domain

Das Festlegen einer Domain für die mobile Website scheint ein Detail am Rande zu sein, das oftmals vernachlässigt wird. Ein genauer Blick empfiehlt sich jedoch, da die verschiedenen Varianten durchaus signifikante Vor- und Nachteile haben.

Varianten für die mobile Domain

Beim Anlegen einer mobilen Website steht man vor der Wahl, wie diese zu erreichen sein soll. Die naheliegenden Varianten, die sich anbieten, dürften folgende sein:

Um mein Fazit vorwegzunehmen: Meines Erachtens ist m.example.com die beste Lösung. Im Folgenden sowohl technische als fachliche Gründe, die aufzeigen, warum dies so ist.

Ein Plädoyer für m.

Kurz und knapp

Das Tippen auf einem Smartphone ist deutlich anstrengender als auf einer normalen Tastatur, weshalb die einzugebende URL möglichst kurz sein sollte. Hier kann die mobile Subdomain m. mit 2 Zeichen auftrumpfen, während eine Subdomain wie mobile.example.com deutlich länger ist und die Gefahr erhöht, sich zu verschreiben. Wermutstropfen: Leider ist das einzelne m dafür nicht mehr sprechend, so dass ganz unerfahrene Zielgruppen die Bedeutung „m(obile)” nicht verstehen könnten — ebenso wie sie es gewohnt sind, ihr Eingabe immer mit „www” zu beginnen.

An den populären Websites orientieren

Einen guten Anhaltspunkt bietet oftmals die Frage: Wie machen es die großen Anbieter? Hier ergibt sich ein eindeutiges Bild, wenn man die ersten Ränge der weltweit populärsten Websites betrachtet:

Die weltweit am häufigsten genutzten Websites verwenden die m.-Subdomain für die mobile Version

Da diese Websites die meisten Besucher haben, prägen sie das Bild der Nutzer und schaffen somit einen de facto Standard.

Die Marke stärken

Aus Marketing-Sicht setzt man häufig alles daran, den Nutzer auf die eigene Domain (www.example.com) zu bringen. Die gleiche Domain für die mobile Website zu verwenden (m.example.com) stärkt die Marke und verhindert, dass der Nutzer sich eine zweite Domain merken muss (z.B. www.example.mobi oder vielleicht etwas im Stile von www.example-online.mobi, da die gleichnamige Domain bereits anderweitig vergeben ist).

Suchmaschinenoptimierung (SEO)

Auch das Thema Suchmaschinenoptimierung spricht für eine Subdomain à la m.example.com: Man fängt nicht bei Null an, sondern bekommt einen „Bonus” durch die bereits existierende reguläre Website.

Länder-Websites

Im Corporate-Umfeld muss oftmals auch über die Landesgrenzen hinweg mitgedacht werden. Wenn Länder-Gesellschaften ihr eigenen Webauftritte unter der landesüblichen Domain (.de, .ch, .fr, etc.) haben, so kann das mobile Domainkonzept problemlos auf die gleiche Weise fortgeführt werden (m.example.fr). Bei einer .mobi-Domain muss eine andere Systematik eingeführt werden.

Hat man eine globale Domain (z.B. alle Länder unter .com), so muss man mit der m.-Subdomain lediglich neben der Ländererkennung noch eine weiteres Segment in der URL für die mobile Seite einführen. Wikipedia leitet beispielweise bei der Eingabe von m.wikipedia.org auf die mobile Website des entsprechenden Landes (de.m.wikipedia.org). Schöner als bei Wikipedia sieht das ganze aus, wenn man die Länder über Verzeichnisse erreicht (m.example.com/de/).

Cookie-Support

Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass ein Domainkonzept mit der mobilen Website unter der m.-Domain einen weiteren Vorteil bietet: Cookies erlauben es, so gesetzt zu werden, dass sie von allen Domains und Subdomains einer Second-Level-Domain ausgelesen werden können (z.B. .example.com, www.example.com, m.example.com) .

Somit ist es beim einem Kunden-Login beispielweise möglich, dass der eingeloggte Status auf der mobilen und regulären Website erhalten bleibt.

Wechsel zwischen regulärer und mobiler Website

Es kann durchaus vorkommen, dass man versehentlich auf der mobilen Website landet, wenn man im Desktop-Browser surft (z.B. über ein Link, der auf Facebook gepostet wird). Der Idealfall sieht dann so aus: Man ändert die Subdomain von m auf www und bekommt die reguläre Version dieser Seite zu sehen. Dies lässt sich am Beispiel YouTube übrigens in Aktion sehen (m.youtube.com/watch?v=V_MmgpGWqpA und www.youtube.com/watch?v=V_MmgpGWqpA).

Grundsätzlich ginge dies zwar auch mit einer .mobi-Domain, finde ich aber für den Nutzer dann nicht so offensichtlich zu erkennen.

Administration

Ganz pragmatisch gedacht, sprechen zuletzt administrative und finanzielle Gründe für die mobile m.-Subdomain:

Fazit

Fasst man alle Argumente zusammen, so ist die m.-Domain meiner Meinung nach der klare Sieger. Dies sollte mit einem sinnvollen Routing des mobilen Traffics von der regulären Seite kombiniert werden (dazu ein anderes Mal mehr).

Kennt ihr noch andere Gründe, die für oder gegen die besprochenen Varianten sprechen? Einfach einen Kommentar hinterlassen.

4 Kommentare zu: Mobile Website: Die Wahl der Domain

Robert Mühsig
14. Mai 2012, 18:32

Das Tippen von m.xxx anstatt von mobile.xxx würde ich als schwächstes Argument werten – die meisten Seite die auf Aufrufe stellen automatisch fest ob man von einem mobilen Gerät kommt und leiten den Besucher ohnehin direkt zur mobilen Seite um, daher entfällt das Tippen zu 99% :)

fritz
24. November 2012, 00:08

wenn die ganze seite komplett responsive gebaut wird spart man sich die subdomain etc. :)

flo
24. November 2012, 09:46

Das stimmt natürlich. Bei bestehenden Websites bedeutet „Responsive Webdesign” jedoch zumeist, dass ein kompletter Relaunch notwendig ist … insofern ist eine separate mobile Website oftmals ein pragmatischer Kompromiss bis zum nächsten Relaunch.

Martin
16. Mai 2013, 14:51

Vielen Dank für den tollen Beitrag. Hat mich gut überzeugt und werde diese Infos für mein nächstes Projekt berücksichtigen.

Viele Grüße aus Ansbach

Martin

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